Nicht ernst genommen – widersprüchlicher Reha-Bericht
- Pro:
- Angebote und Kommunikationsmöglichkeiten für gehörlose Menschen
- Kontra:
- Starrer Therapieplan, zu wenige psychologische Einzelgespräche, fehlende Augenhöhe und ein nicht nachvollziehbarer Entlassungsbericht
- Krankheitsbild:
- Schwere Depression, Angst- u Panikstörung, chronische Erschöpfung, Schlafstörung, Tinnitus, PTBS
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Meine Erfahrungen mit der Reha Bad Grönenbach (zweimal Reha 2024 und 2026) waren enttäuschend. Auf meine psychischen Erkrankungen und Belastungsgrenzen wurde zu wenig eingegangen.
Der starre Tagesablauf und der dichte Therapieplan verursachten zusätzlichen Stress. Deshalb bat ich um eine Reduzierung auf zwei bis vier Therapien täglich. Am Ende war ich trotzdem erschöpft und „rehamüde“. Drei psychologische Einzelgespräche waren für meine komplexen Belastungen deutlich zu wenig. Auch meine Gehörlosigkeit und meine individuellen Bedürfnisse wurden nicht ausreichend berücksichtigt.
Besonders negativ erlebte ich die Gespräche mit dem Chefarzt. Ich fühlte mich nicht auf Augenhöhe behandelt und nicht ernst genommen. Er fragte, wie ich trotz Arbeitsunfähigkeit meine Qualifikationsmaßnahme absolvieren könne. Ich erklärte, dass deren Aufbau nicht mit einer regelmäßigen Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung vergleichbar ist. Darauf ging er jedoch nicht ernsthaft ein. Sein Verhalten empfand ich als ignorant und verletzend.
Noch schwerwiegender ist der Entlassungsbericht. Für meinen bisherigen Beruf werden drei bis unter sechs Stunden Leistungsvermögen genannt, für den allgemeinen Arbeitsmarkt mehr als sechs Stunden. Wie der Chefarzt dazu kam, wurde mir nicht erklärt. Diese Einstufung wurde mit mir nie besprochen. Trotzdem steht im Bericht, die Beurteilung sei „im Konsens besprochen“ worden. Das entspricht nicht meiner Erfahrung.
Die beschriebene Stabilisierung passt ebenfalls nicht zu meinem Zustand. Eine bessere Teilnahme nach der Planreduzierung bedeutet nicht, dass ich regelmäßig mehr als sechs Stunden arbeiten kann. Da diese Entscheidung weder erklärt noch besprochen wurde, wirkt sie auf mich willkürlich.
Die Folgen muss ich tragen und gegenüber DRV, Arbeitsagentur und VdK erklären, warum der Bericht widersprüchlich ist. Das ist sehr ärgerlich, frustrierend und psychisch belastend. Ich fühlte mich nicht gesehen, verstanden und ernst genommen.


1 Kommentar
Wie schön,dass Sie so eine positive Zeit in Grönenbach erlebt haben. Nicht zu akzeptieren ist Ihr Hochhmut gegenüber den "Gästen", die eher negative Erinnerungen an ihre Zeit dort hatten. Mir hat missfallen, das die sogenannte "therapeutische Gemeinschaft"aus Mitpatienten glaubt, aus Selbstherrlichkeit andere "Gäste" kujonieren und maßregelln zu können. Geschweige, sebst Therapeuten spielen zu können. Ich habe in Grönenbach unverdient durch die "therapeutische Gemeinschhaft" schwere seelische Verletzungen erlitten, die noch Jahre danach als traumatische Erfahrung schhmerzten. Mitpatienten sind keine ausgebideten Psychiater. Sondern nur dilettierende Amateure, die Unheil anrichten können.